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Erfahrungen mit der Vaskulitis - welchen Einfluss hat die Vaskulitis auf mein Leben genommen: von Frau Dr. med. Rotraut Krönke
Teil 5
Über meine künstlerischen Neigungen, deren Ausübung ich mir während meines Berufslebens verkneifen musste, kam ich darauf, meine Freude am Malen zu aktivieren. Ich besuche einen Aquarellmalkurs, um neue Techniken zu erlernen, und einen Kurs für therapeutisches Malen. Also, wenn Sie so wollen, eine stützende und begleitende Psychotherapie. Beides macht mir sehr großen Spaß und erscheint mir nicht mutlos.
Malen kann ich überwiegend zu Hause ohne körperliche Anstrengung. Außerdem habe ich mich in die Feldenkraisarbeit vertieft, und versuche, das Salutogenesekonzept zu verstehen. Es geht auf den israelischen Medizinsoziologen Antonovsky zurück und meint - ganz verkürzt gesagt - zwischen Gesundheit und Krankheit ganz natürlich hin- und herzupendeln und die drei Komponenten Verstehbarkeit, Handhabbarkeit und Sinnhaftigkeit noch besser in das Leben zu integrieren.
Ich habe gelernt, auf verborgene Feinheiten meines Erlebens und Wahrnehmens zu achten. Meine Bewegungen sind bewusster geworden zugunsten weniger Anstrengung, und ich fühle mich dabei wohler. Ich gebe mir immer wieder Zeit, wenn ich sie brauche. In dem für mich passend eingerichteten Tagesablauf gelingt es mir doch öfter schon, mein Leben, wie es jetzt abläuft, als Chance zu betrachten, mehr über mich zu erfahren. Inzwischen bin ich froh, nicht mehr auf das Berufskarussel aufspringen zu müssen, von dem ich mich vor zwei Jahren so jäh hinuntergeschleudert gefühlt hatte.
Abschließend möchte ich sagen, dass ich sehr froh über die Existenz dieser Selbsthilfegruppe bin. Ich gehöre nun auch zur "Familie". Eine Verständigungsbasis ist vom ersten Augenblick gegeben, man weiß, wovon der Andere spricht. Dieses Erfahrungsgut kann einem der behandelnde Arzt nicht geben. Selbst meine eigenen Kollegen wussten stets nur ungefähr, was Vasculitis bedeutet.
Ganz besonders herzlich möchte ich mich bei Herrn Zelewski für seinen tollen Einsatz als Vorsitzendem dieser Gruppe bedanken. Am Telefon gefiel mir schon sein freundliches, geduldiges Zuhören und die kompetente, zugleich menschliche Art, mit den Sorgen der Mitbetroffenen umzugehen. Ich weiß, er versteht uns gut aus leider eigenen, leidvollen Erfahrungen.
Vielen Dank, Herr Zelewski, Ihnen und Ihrer Frau, und alles Gute für den Verlauf Ihrer Erkrankung.